Statuskonferenz im BMBF-Förderschwerpunkt „Arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener“ in Gelsenkirchen

Mehr als 150 Vertreterinnen und Vertreter aus Bildungspraxis, Wirtschaft und Politik trafen sich am 21. und 22. Januar 2014 zum gemeinsamen Austausch im BMBF-Förderschwerpunkt zur arbeitsplatzorientierten Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener im Wissenschaftspark Gelsenkirchen.

Peter Munk, BMBF, begrüßt die TeilnehmendenDemografischer Wandel und zukünftiger Fachkräftebedarf seien zwei Gründe, sich mit dem Thema arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener auseinanderzusetzen, betonte Peter Munk vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF). Die Umsetzung des Förderschwerpunkts könne dazu einen wichtigen Beitrag leisten. Dies könne nur gelingen durch die Zusammenarbeit unterschiedlicher Akteure, wie sie in der Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung in Deutschland vereinbart ist und in der Projektarbeit in die Regionen getragen werden müsse. Das BMBF unterstützt mit der Förderung weiterer Projekte, u.a. die Hamburger Umfeldstudie und das f-bb-Projekt AlphaBERUF zur Förderung Arbeitsloser, die Zielstellung des Förderschwerpunkts.

Matthias Alke, DIE, im Dialog mit Dr. Simone Ehmig von der Stiftung Lesen und Klaus Buddeberg von der Universität Hamburg

 

Die ersten Ergebnisse der sogenannten „Umfeld-Studien“ zeigen wie vielschichtig das Phänomen des funktionalen Analphabetismus ist. Die Unterstützung durch Akteure am Arbeitsmarkt, Partner aus der Wirtschaft und die Schaffung branchenbezogener Zugänge zur arbeitsplatzorientierten Alphabetisierung und Grundbildung sind daher entscheidend für die erfolgreiche Umsetzung der vielfältigen Projektansätze. Welche unterschiedlichen Kooperationen entstanden sind, zeigten die Projekte AlphaBERUF, Grubin, ABC, PRO-JOB, INA Pflege und SPIN.PRO eindrucksvoll anhand von Beispiele aus der Praxis auf.

Weiterhin entstehen in den Projekten innovative Angebote für die arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener. Dazu zählen passgenaue Konzepte und Materialien für Lernangebote in Unternehmen oder individuelles Lernen am Arbeitsplatz (Projekte BASIC und Alpha plus Job) ebenso wie Qualifizierungsangebote für Multiplikatoren und Multiplikatorinnen (Projekte GRiBS und Alpha Regional) oder Ansätze für die regionale Vernetzung und Netzwerkarbeit (Projekte SESAM und GINIWE).

In der arbeitsplatzorientierten Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener nutzen die Projekte vielfach innovative Möglichkeiten, Lernprozesse zu gestalten. Eine zentrale Rolle spielen hierbei digitale Medien. Der Einsatz von Smart Phone, Tablet-PC und Apps, eigens entwickelte Trainingsgeräte für das Technik-unterstütze Lernen im betrieblichen und beruflichen Alltag, die Initiierung von E-Learning-Szenarien und virtuellen Lernwerkstätten sowie Online-Lernspiele sorgen für die methodisch-didaktische Vielfalt in der Praxis.

Hans Georg Rosenstein von der NA im BIBB erläutert die europäische Agenda für Erwachsenenbildung und das EU-Bildungsprogramm Erasmus+Die erneuerte europäische Agenda für Erwachsenenbildung und das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ böten eine Vielzahl von Möglichkeiten für die Förderung innovativer Projektideen auf europäischer Ebene, erklärte Hans Georg Rosenstein von der Nationalen Agentur Bildung für Europa beim Bundesinstitut für Berufsbildung. Zu den Schwerpunktthemen zählen unter anderem die Förderung von innovativer Praxis in der Erwachsenenbildung, Kooperationen mit verschiedenen Akteuren im Bildungsbereich sowie die Bescheinigung erworbener Kompetenzen unter Anwendung der EU-Rahmen und -Instrumente.

 

Achim Scholz, VHS Oldenburg, im Gespräch mit der ehemaligen Lernerin Brigitte van der Velde

Die Beteiligung der Lernenden stand im Mittelpunkt der Praxisbeiträge der ABC-Selbsthilfegruppe Oldenburg und der Selbsthilfegruppe Analphabeten Ludwigshafen (SALu). Die Lernerinnen und Lerner zeigten eindrucksvoll, was durch Engagement in der Projekt- und Öffentlichkeitsarbeit erreicht werden kann. Talente der Lernenden können genutzt und wichtige Entscheidungsträger erreicht werden, so Achim Scholz vom Projekt abc+, Volkshochschule Oldenburg und Elfriede Haller vom Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung, die die Gesprächsrunden moderierten. Auch im Betrieb können Lernende wichtige Ansprechpartner und Ansprechpartnerinnen für Kolleginnen und Kollegen und Vorgesetzte sein. Letztendlich zeigt der Lebensweg der beteiligten Lernenden, wie wichtig es war, der Umwelt offen mit den Lese- und Schreibschwierigkeiten gegenüberzutreten. Der Zuwachs an Lebensqualität sei enorm, so Brigitte van der Velde von der ABC Selbsthilfegruppe Oldenburg.

 

Präsentationen der Projekte in den Fachforen

Aus dem Plenum

Umfeldstudie.pdf

Agenda_Erwachsenenbildung_Erasmus.pdf

Zum Programm der Veranstaltung




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