lea.-Verlinkungsstudie

Ziel der Verlinkungsstudie ist es, die Alpha Levels des leo.- Level-One Surveys mit den Stufen des Gemeinsamen Europäischen Referenzrahmens (GER) für Sprachen vergleichbar und damit europaweit verständlich zu machen. Die Ergebnisse können in der Grundbildungsdebatte für die Klärung der Frage eines „suitable minimum“ nutzbar gemacht werden. Zudem sind sie für das Rahmencurriculum für eine abschlussorientierte Grundbildung von Bedeutung, welches zurzeit durch unseren Projektpartner, den Deutschen Volkshochschulverband (DVV), entwickelt wird.

Nach der Datenerhebung und -erfassung von Sommer 2012 bis Anfang 2013 erfolgte im Frühjahr 2013 die statistische Analyse und Verlinkung der Kompetenzdaten. Als Basis dazu dienten die Kompetenzdaten von ca. 440 Personen, die zum Zeitpunkt der Erhebung in Hamburg überwiegend in sogenannten Arbeitsgelegenheiten mit Mehraufwandsentschädigung (sog. 1-Euro-Jobs) tätig waren oder an Alphabetisierungs- und Integrationskursen teilnahmen. Die Projektmitarbeitenden wendeten hierfür eine im Kontext der IRT (Item-Response-Theorie) nutzbare Verlinkungsmethode an, bei welcher im Prozess der Verlinkung die Alpha-Levels durch sogenannte Anker-Items fixiert werden.

Über die statistische Verlinkung hinaus wurden außerdem auf theoretischer Basis die Stufen des DVV-Lernportals „ich-will-lernen.de“ zu den Alpha-Levels in Relation gesetzt. Dazu wurde eine Zuordnung zu den Alpha-Levels über die schwierigkeitsbestimmenden Merkmale (SBM) vorgenommen, die in den BMBF geförderten Projekten lea.– Literalitätsentwicklung von Arbeitskräften und leo. – Level-One Survey entwickelt worden waren.
Als eines der Ergebnisse lässt sich festhalten, dass funktionaler Analphabetismus nach Definition der leo.-Studie im Schreiben unterhalb des GER B1 und beim Lesen ungefähr auf der Höhe des GER B1 liegt. Würde man also beispielsweise wie im Zuwanderungsgesetz den GER-Level B1 als suitable minimum setzen, wäre hinsichtlich des Schreibens auch der Alpha-Level 4 noch förderungswürdig im Rahmen einer Nationalen Strategie für Grundbildung.
Perspektivisch könnte eine reguläre Integration der Alpha-Levels in nationalen und internationalen Qualifikationsrahmen wie dem GER, dem EQR, dem DQR sinnvoll sein, um auch die jeweiligen unteren Komptenzlevels ausdifferenziert betrachten zu können.


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