Metakognitiv fundiertes Lernen – Entwicklung einer Neuen Didaktik in der Grundbildung (mekoFUN)

(mekoFUN) – ein Forschungs- und Qualifizierungsprojekt, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), durchgeführt von der Universität der Bundeswehr München und getragen von der Katholischen Erwachsenenbildung Deutschland – Bundesarbeitsgemeinschaft e. V. (KEB)

 

Laufzeit:

 

April 2012 bis Dezember 2014

 

 

Zielgruppe:

 

Das Projekt mekoFUN war ausgerichtet auf Teilnehmende an Seminaren der Grundbildung. Diese Kurse wollen erfolgreiche Partizipation in gesellschaftlicher, beruflicher sowie privater Hinsicht unterstützen. Typische Merkmale der Adressatengruppe sind ungünstige Bildungskarrieren, das Fehlen formaler Schulabschlüsse, geringe berufliche Qualifikation sowie langandauernde Abstinenz von Fort- und Weiterbildung, prekäre wirtschaftliche und soziale Verhältnissen.

Es kam darauf an, für diese Zielgruppe genau solche Lernumgebungen zu gestalten, die geeignet waren, einer biografisch verankerten Lernskepsis oder sogar Lernverweigerung entgegen zu wirken. Dies konnte nur gelingen, wenn die Lernenden – in Abhebung zu ihrer bisherigen negativen Erfahrung – ihre Lernkapazität erkannten, sie an zunehmend komplexeren Lernproblemen erproben, schrittweise ausbauen und so Lernzuversicht aufbauen konnten.

 

 

Ziele:

 

Das Projekt mekoFUN verfolgte das Ziel, Informationsverarbeitung und darauf beruhende Problemlösefähigkeit bei der Adressatengruppe zu verbessern. Das geschah auf der Basis metakognitiv fundierten Lernens (Neue Didaktik). Dieses Konzept ist in drei davorliegenden Forschungsprojekten von einem wissenschaftlichen Team unter der Leitung von Prof. Dr. Arnim Kaiser erarbeitet worden. Die Projektziele von mekoFUN wurden in drei Schritten realisiert:

1.         Lehrkräfte, die im Bereich der Grundbildung tätig waren bzw. mit Lernschwächeren arbeiteten, wurden mit der Neuen Didaktik vertraut gemacht.

2.         Die Tragfähigkeit des Ansatzes metakognitiv fundierten Lernens wurde in zwei aufeinander aufbauenden Erhebungsstaffeln in Form eines quasi-experimentellen Designs in unterschiedlichen Kursen der Grundbildung getestet.

3.         Abschließend erfolgte die Auswertung aller erfassten Daten.

 

 

Projektergebnisse:

 

Das Projekt mekoFUN war ein ökologisch valider Feldversuch und umfasste 90 Kurse (drei Pretest-, 33 Versuchs- und 54 Vergleichskurse) mit mehr als 1.200 Teilnehmenden. Das Forschungsdesign sowie die erforderlichen Erhebungsinstrumente wurden von einem wissenschaftlichen Team unter Leitung von Prof. Dr. Arnim Kaiser, Universität der Bundeswehr München, ausgearbeitet. Das Team wertete abschließend die erhobenen Daten aus:

 

·      Entgegen unserer Annahmen bei Projektbeginn erweisen sich gering Qualifizierte als Gruppe, bei der die Mehrzahl über durchschnittliche Intelligenzwerte verfügt und ein nicht unerheblicher Teil sogar über- bis weit überdurchschnittliche Intelligenzwerte erreicht.

·      Der überwiegende Teil der Adressaten kann sein vorhandenes gut bis überdurchschnittlich gut ausgeprägtes kognitives Potenzial zum Zeitpunkt der Anfangserhebung (bei Kursbeginn) nicht in entsprechende Leistung (Informationsverarbeitung) umsetzen.

·      Das Gros unter gering Qualifizierten überhaupt wie auch in unserer Stichprobe machen die Teilnehmenden mit Hauptschulabschluss aus. Für diese Gruppierung hat das metakognitive Training in der Versuchsgruppe zu einem deutlichen Leistungsanstieg geführt. Die Teilnehmenden aus der Vergleichsgruppe konnten während der rund dreimonatigen Qualifizierungsmaßnahmen dagegen kaum Lern- und Leistungsfortschritte erzielen.

·      Metakognitiv fundiertes Lernen erweist sich als eine Lehr-/Lernform, die bis in die Tiefe der Persönlichkeit wirkt und dort das Gefüge von lernförderlichen Persönlichkeitsvariablen zum Vorteilhaften verändert: Am Ende der Kursarbeit gewinnt ‚Kontrollorientierung‘ als unverzichtbare Kompetenz für Informationsverarbeitung erheblich an Einfluss. Ihre Kraft greift – vermittelt über ‚Lernzuversicht‘ und ‚Situationsmacht‘ – durch bis auf die gezeigte Leistung und verstärkt diese positiv.

 

 

Abschlussbericht:

 

Kaiser, Arnim; Kaiser Ruth; Lambert, Astrid; Hohenstein, Kerstin (2015): Lernerfolg steigern – Metakognitiv fundiertes Lernen in der Grundbildung. Bielefeld.

 

 

Ausblick:

 

Im Rahmen des Folgeprojekts mekoBASIS (Laufzeit 2015 bis 2018) werden ein Basiscurriculum metakognitiv fundierten Lehrens und Lernens in der Grundbildung entwickelt sowie ein empirisch gestütztes Konzept zur Qualifizierung von Kursleitenden im Umgang mit metakognitiv fundiertem Lernen erstellt. Das Projekt wird erneut gefördert vom BMBF und in Trägerschaft der KEB Deutschland unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Arnim Kaiser (Universität der Bundeswehr München) durchgeführt.

 

Für weiterführende Informationen besuchen Sie gerne unsere Homepage (www.keb-deutschland.de) oder wenden Sie sich an die Koordinatorin beider Projekte, Dipl.-Psych. Astrid Lambert (Tel.: 0228/90247-15; Mail: lambert@keb-deutschland.de).

 


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