Erste Statuskonferenz im Förderschwerpunkt „Arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener“ – 19. März 2013

Die vielfältigen Ansätze zur arbeitsplatzorientierten Alphabetisierung und Grundbildung standen im Mittelpunkt der ersten Statuskonferenz des neuen BMBF Förderschwerpunktes im Gustav-Stresemann-Institut Bonn. Mehr als 120 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den geförderten Projekten nutzten auf der Konferenz die Gelegenheit, um mit anderen Projekten in konkreten Austausch zu treten, sich zu vernetzen und sich über vorhandene Materialien und Ansätze zur Alphabetisierung von Erwachsenen zu informieren.

Die bundesweite Kampagne „Lesen & Schreiben – Mein Schlüssel zur Welt“, so Peter Munk, Leiter des Referats „Weiterbildung; Arbeitsmarkt“ im BMBF, platziere das Thema in der Öffentlichkeit und unterstütze durch regionale Aktionen die Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit vor Ort. Neben den Projekten des Förderschwerpunkts fördere das BMBF weitere Vorhaben in diesem Themenfeld. Hierzu zählten u. a. Lernportale für deutsch- und fremdsprachige Personen, die Informationskampagne „iCHANCE“ für junge Erwachsene, eine Studie zur Erforschung des sozialen und beruflichen Umfeldes funktionaler Analphabeten und Analphabetinnen sowie ein Projekt zur Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit. Außerdem fördere auch die Europäische Union Alphabetisierungsprojekte, so im Rahmen von GRUNDTVIG.

Die Aufgaben des DLR Projektträgers im Rahmen des Förderschwerpunkts erläuterte Mandy Böttger. Neben der administrativen und organisatorischen Umsetzung des Förderschwerpunkts unterstütze der DLR Projektträger das BMBF auch in der Transfer- und Öffentlichkeitsarbeit.

Die Zusammenarbeit zwischen Bund und Ländern wurde durch die Nationale Strategie intensiviert, Aktivitäten werden besser aufeinander abgestimmt, erklärte Dr. Ulrich Raiser, Leiter des Arbeitskreises „Weiterbildung“ der Kultusministerkonferenz (KMK). Konkrete Beiträge der Länder zur Alphabetisierung und Grundbildung seien u. a. die Einrichtung von Koordinierungs- und Kontaktstellen für Alphabetisierung und Grundbildung und die Benennung von Ansprechpartnern und Ansprechpartnerinnen in den zuständigen Ministerien. Gegründete Bündnisse seien die Basis für koordinierte Aktivitäten im jeweiligen Land. Jährliche Treffen der Länder auf Arbeitsebene dienten insbesondere dem Austausch guter Praxis. Den Redebeitrag von Dr. Ulrich Raiser finden Sie hier als Download-Datei.

Trotz der bereits erreichten Fortschritte blieben weiterhin anspruchsvolle Herausforderungen, die gemeinsam mit dem Bund und den Verbänden angegangen werden müssten. Dazu gehörten die Schaffung innovativer Beratungs- und Angebotsformate, die Förderung von Cultural und Political Literacy ebenso wie die Verankerung von Grundbildung in weiteren Ressorts der Landesverwaltungen. Eine ausschließliche Zuständigkeit der Erwachsenenbildung sei eine Überforderung und würde der Dimension der Herausforderung nicht gerecht.

Vier thematisch ausgerichtete Konzeptworkshops+ ermöglichten eine erste Annäherung an zentrale Themen der arbeitsplatzorientierten Alphabetisierung und Grundbildung. Strategien zur Etablierung von Alphabetisierungs- und Grundbildungsangeboten im Betrieb, Bedingungen für die Umsetzung dieser Angebote sowie deren methodisch-didaktische Umsetzung waren ebenso Thema wie die Sensibilisierung von Schlüsselpersonen und der Aufbau von Bündnissen. Besonders intensiv wurden die geplanten Ergebnisse und Produkte sowie Zugangswege in die Betriebe diskutiert.

Die Ergebnisse der vier Konzeptworkshops+, die Berichterstatterinnen und Berichterstatter im Plenum vorgestellt haben, bilden die inhaltliche Grundlage für die projektübergreifende Zusammenarbeit im Förderschwerpunkt bis 2015. Schwerpunkte und Arbeitsstrukturen für die zukünftige Arbeit sind vereinbart. Über die Ergebnisse wird der DLR Projektträger auf www.alphabund.de berichten.

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für ihren Beitrag zu einer gelungenen Auftaktkonferenz.

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