Netzwerk Ostthüringen für Alphabetisierung (NOthA)

Unternehmen, Akteure der Arbeitsvermittlung, Bildungsträger, berufsbildende Einrichtungen, Kindertagesstätten, Kammern, Gewerkschaften, Ämter, Behörden, Beratungsstellen und sonstige Einrichtungen (z.B. Stadtteilbüros, Vereine, Kirchen) sollen für das Thema „Funktionaler Analphabetismus und Grundbildung“ sensibilisiert werden. Bei den Akteuren wird in Sensibilisierungsgesprächen erfragt, inwieweit die Thematik bekannt ist und als relevant für den eigenen Arbeitsalltag erachtet wird bzw. welche Inputs für eine tiefgründigere Beschäftigung mit der Problematik nötig oder gewünscht sind.

Im Anschluss werden entsprechende Schwerpunktthemen für Aufklärungs- und Informationsworkshops erarbeitet. Schwerpunkthemen sind u. a.:

  • Begriffserklärung „Funktionaler Analphabetismus“ und „Grundbildung“
  • Wie erkenne ich funktionalen Analphabetismus?
  • Wie leben die Betroffenen? Welche Schwierigkeiten und Probleme haben sie im Alltag/privat/Familie/beruflich?
  • Wie spreche ich das Problem an?
  • Was sind die Anforderungen der Wirtschaft an Grundbildung?
  • Welche gesundheitlichen Folgen hat funktionaler Analphabetismus?
  • Was sind Kosten und Nutzen von Alphabetisierung am Arbeitsplatz?
  • Welche Hilfe- und Unterstützungsmöglichkeiten gibt es?
  • Wie kann ich die Ressourcen von Betroffenen erkennen?
  • Welche Kompetenzen haben Betroffene entwickelt, die auch am Arbeitsplatz nützlich sind?
  • Wer kann Betroffene außerhalb des Unternehmens unterstützen?

Regionale Netzwerktage dienen dem Austausch der Netzpartner untereinander und der Anregung gemeinsamer Aktionen zur Alphabetisierung in der Region. Ziel ist es, diese Netzwerktage entsprechend den gewachsenen Strukturen in der Region, d. h. innerhalb der jeweiligen Landkreise, zu organisieren.

Für viele Menschen ist es nicht nachvollziehbar, warum trotz allgemeiner Schulpflicht in Deutschland 7,5 Millionen Menschen Probleme beim Lesen und Schreiben haben. Daher gehört die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit zu einer der zentralen Aufgaben des Projekts.

Insgesamt wurden bereits 297 Akteure kontaktiert; mit 52 wurde ein Gespräch zur Erfragung des Vorwissens durchgeführt. Es wurden 17 Aufklärungs- und Informationsworkshops mit insgesamt 141 Teilnehmenden durchgeführt; weitere Termine stehen fest. Es findet eine enge Kooperation mit den regionalen Volkshochschulen statt, um einen schnellen Einstieg Betroffener in Alphabetisierungsangebote gewährleisten zu können.

In Zusammenarbeit mit dem Lions-Club Gera und der Theaterfabrik Gera plant das Projekt die Erarbeitung eines Theaterstückes zum Thema Analphabetismus.


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