Dekade für Alphabetisierung ausgerufen

In vielen Ländern der Erde ist es immer noch ein Privileg, lesen und schreiben zu können. Daran erinnert der Welttag der Alphabetisierung, der jährlich am 8. September begangen wird. Auch in Deutschland ist die Verringerung der Zahl funktionaler Analphabeten eine Herausforderung. Mehr als sieben Millionen Menschen im erwerbsfähigen Alter benötigen in Deutschland Unterstützung beim Lese- und Schreibverständnis. Bundesbildungsministerin Johanna Wanka und Brundhild Kurth, sächsische Staatsministerin für Kultus und Präsidentin der Kultusministerkonferenz, haben deshalb am Weltalphabetisierungstag 2015 in der Bundespressekonferenz in Berlin eine nationale Dekade für Alphabetisierung ausgerufen.
Ausreichende Kenntnisse der Schriftsprache sind elementare Voraussetzungen, um am kulturellen und gesellschaftlichen Leben ohne Einschränkungen teilhaben zu können. Ziel der Dekade ist es, Menschen, die nicht oder nur unzureichend lesen, schreiben und rechnen können, zur besseren beruflichen, sozialen und ökonomischen Teilhabe zu befähigen. Hierfür wird das Bundesministerium für Bildung und Forschung in den nächsten zehn Jahren bis zu 180 Millionen Euro zur Verfügung stellen. Bundesbildungsministerin Wanka betonte in ihrem Beitrag vor den Hauptstadtjournalisten, dass die vom BMBF geförderten Programme und Projekte auch für Flüchtlinge offen stünden. KMK-Präsidentin Kurth wies darauf hin, dass es neben dem quantitativen Ausbau an Maßnahmen für Alphabetisierung und Grundbildung auf die Umsetzung von Konzepten zur qualitativen Stärkung der Angebote ankomme.

Der vollständige Text zur Verkündung der Dekade findet sich hier.

Die Dekade für Alphabetisierung Erwachsener baut auf der „Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener in Deutschland" auf. Diese wurde angesichts der leo. – Level One-Studie 2011 von BMBF und KMK gemeinsam ins Leben gerufen. Weitere gesellschaftliche Gruppen haben sich ihr auf der Grundlage einer gemeinsamen Vereinbarung angeschlossen und beteiligen sich aktiv an der Umsetzung der nationalen Strategie:
• das Kommissariat der deutschen Bischöfe,
• der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland,
• der Deutsche Landkreistag,
• der Deutsche Volkshochschul-Verband,
• das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung,
• der Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung
• der Deutsche Gewerkschaftsbund
• die Stiftung Lesen
• der Deutsche Städtetag
• der Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie
• die Bundesagentur für Arbeit.

Informationen zur nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener in Deutschland und zu ihrer Umsetzung finden sich hier.


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