Verbund: Strategien zur Weiterentwicklung und Nutzung bestehender Beratungsangebote zur Förderung arbeitsplatzorientierter Grundbildung in Nordrhein-Westfalen (SESAM)

Arbeitsplatzorientierte Alphabetisierung und Grundbildung erfordert die Verknüpfung von Kompetenzen aus zwei Bereichen, die bisher eher nicht miteinander in Verbindung gebracht wurden: einerseits Kompetenzen in der Beratung, Planung und Durchführung betrieblicher bzw. beruflicher Fort- und Weiterbildung, andererseits Kompetenzen aus der alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit. Nur so können maßgeschneiderte Angebote entwickelt werden, die die Bedarfe der Unternehmen und der gering qualifizierten Beschäftigten aufgreifen und abdecken.
Das Projekt SESAM hat mit der Weiterbildung „Arbeitsorientierte Grundbildung für Lehrende und Beratende“ diesen Bedarf aufgegriffen und ein passgenaues Qualifizierungskonzept in sechs Modulen entwickelt. Das Modul 1 „Grundlagen arbeitsorientierter Grundbildung“ setzt sich mit Spezifika der arbeitsorientierten Grundbildungsarbeit auseinander. Das Modul 2 „Bedarfsermittlung und Auftragsklärung“ befasst sich mit praxisorientierten Merkmalen und typischen Abläufen von Akquise- und Auftragsklärungsgesprächen. Wie aus Unternehmenszielen Lernziele werden können, zeigt der Übergang zu Modul 3 „Konzeptentwicklung“, das insbesondere dafür sensibilisiert, unternehmensspezifische Schulungskonzepte zu erarbeiten. Das Modul 4 „Praxis und Praxen arbeitsorientierter Grundbildung, Lernbegleitung“ lenkt den Blick auf die Durchführungsphase von arbeitsorientierter Grundbildung am Lernort Betrieb. Im Mittelpunkt des Moduls 5 „Lerntransfer und Erfolgssicherung“ stehen Verfahren und Methoden der Evaluation von realisierten arbeitsorientierten Grundbildungsangeboten. In dem zweiphasigen Abschlussmodul 6 „Lösungswerkstatt/Angebotsentwicklung“ werden die über einen Themenspeicher gesicherten offenen Fragen der Teilnehmenden bearbeitet.
Die Weiterbildung umfasst insgesamt 56 Zeitstunden, davon 40 Zeitstunden in zwei zweitägigen Präsenzveranstaltungen und einer eintägigen Präsenzveranstaltung, acht Selbstlernzeitstunden und acht Stunden für eine individuelle Konzeptwicklung als Abschlussleistung.

Mit dem AoG-Netz-NRW ist außerdem ein Lehrenden-Netzwerk der Absolventinnen und Absolventen der Pilot-Weiterbildung entstanden, um nachhaltige Strukturen für die Zusammenarbeit von Dozentinnen und Dozenten in der arbeitsplatzorientierten Alphabetisierungs- und Grundbildungsarbeit sowie einen fachlichen Austausch zum Thema zu etablieren.

Folgende Teilprojekte bildeten den Verbund:

1. Kooperation im Netzwerk (G.I.B. – Gesellschaft für innovative Beschäftigungsförderung mbH)

2. Qualifizierung von Beratenden, Experten und Expertinnen (Büro für berufliche Bildungsplanung (bbb) GbR)


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